DIE GESCHICHTE DES KOBOLDS

Den Mythos vom kleinen, grauen Kobolt gibs es schon seit Tausenden von Jahren. Er stammt aus der nordischen Mythologie und aus alten, keltischen Göttersagen. In jenen alten Zeiten herrschte der weit verbreitete Glaube, dass jeder Hof und jedes Haus seinen eigenen Schultzgeist hätte, dem man Opfer bringen sollte. unser Hauskobold bekam Gaben, besonders zur Weihnachtzeit Er sollte Essen, Bier, Milch und manchmal auch Branntwein haben.

In neueren Zeiten bekam er süBen Reisbrei, und man durfte nicht vergessen, ein schönes Stück Butter und etwas Honig dazu zugeben. Dies zeigte dem Hauskobold, dass man ihn schätzte und gerne behalten wollte. Das Butterstück wurde Gelb- oder Sonnenauge genannt. Den alten Brauch mit dem Reisbrei  gibt es noch heute und ist sicher ein Überbleibsel des germanischen Heidentums, als Götter und andere Wesen mit Gaben besänftigt wurden.

Der Hauskobold wird so beschrieben: Klein und mit grobem Zeug bekleidet; auf dem Kopf eine graue oder rote Zipfelmütze; langer Bart, meistens schneeweib oder wolfsgrau; das Gesicht fast immer alt und runzlig wie altes, knistertrockenes leder. Geschenke zu verteilen fiel unserem alten Hauskobold überhaup nicht ein. Er hatte wichtigeres zu tun als mit einem Sack voll Geschenken herumzulaufen.

 

SANTA CLAUS

Der heutige Weihnachtsmann hat nicht viel mit dem alten Hauskobold gemeinsam, ebenso wenig wie Santa Claus. Der ist nämlich ein Nachfolger von dem freigiebigen gen Heiligen Nicolaus. In angelsächsischen Ländern nennt man ihn Santa Claus. Rot grekleidet und freundlich, ist der moderne Weihnachtmann eher ein Symbol für swn Überfluss der heutigen Konsumgesellschaft, während der graue Kobold ganz im Gegenteil zu der Armut und dem harten Leben gehörte, das früher in Schweden herrschte.

Der moderne Weihnachtsmann kam erst in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts nach Sweden, hauptsächlich durch Weihnachtszeitungen und Weihnachtskarten. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts. begann die schwedische Künslerin Jenny Nyström ihre Weihnachtsmänner zu zeichnen und erhöhte dadurch seine "Berühmtheit". Ihr Weihnachtsmann war eine Mischung von Nikolaus und dem alten Kobold, konnte aber nicht so einschmeichelnd lächeln, wie es die Geschäftsleute gern gehabt hätten. Der Glaube an den alten Kobold hat weiterleben können, weil er sich ständig in der nähe der menschen befand und er realistisch und leich verständlich bei den dingen des alltags half.

 

DIE HERKUNFT DES WORTES KOBOLD

Das Wort "tomte" (kobold) ist eine abkürzung von "tomtegubbe" (koboldmännchen). Es stammt von dem wort "tomt", das hofplatz, wo der kobold seinen platz hatte. Auch in den Nachbarländern spricht man von kobolden. In Norwegen heibt er "gardvord" oder "gardbonde", und in Dänemark "gardbo" oder  "goenisse". In Finnland nennt man ihn "tonttu" in Deutschland "Kobolt", und auf den Britischen Inseln spricht man von "Puck" oder "Brownie", aber keiner dieser namen entspricht exakt dem inhalt unseres schwedischen wortes "Tomte".


Der kobold ist mit den Wichtelmännchen verwandt. Sie werden dem aussehen nack ebenso beschreben. Die Wichtelmännchen earen auch kleine Wesen, die jedoch im unterschied zu dem einsamen Kobold gern in familien und sippen lebten. Es gab sie in freier natur, aber auch in Höfen und Häusern. Sie wohnten am liebsten unter der Erde in Steinen, Bergen oder in Bäumen. Vielde Menschen meinten, dass Kobolde unter einem groben hofbaum (vårdträd) lebten. Der Gedanke ist logisch, denn viele glaubten, dass das Glück des hauses oder hofes mit diesem baum zusammenhing. "Vard" bedeutet Seele der Geist Die Vorstellung, dass der schutzgeist des hofes hier seine unterkunft hatte, ist alt. Der baum wurde auch "tomteträd" (koboldbaum) genannt; weil der "tomte" (kobold" dort wohnte.

 

KINDER UND TIERE

Of waren es kinder, die den Kobold sahen und ihm nahe standen. Der Kobold wurde im gegensatz z  Trollen (in der norddischen mythologie sind das eigentlich. Dämonen!), Riesen und Waldnymphen (das sind weibliche Waldegeister) als freundlich gesinnt angesehen. Die anderen konnten kinder rauben, während der Kobold die kinder bewachte und "babysitter" war. Sollten die kinder jedoch einmal allzu laut werden, konnte der kobold auftauchen, um sie zu erschrecken. Vielleicht fragt der Weihnachtsmann oder Nikolaus deshalb noch heute "Gibt es hier liege kinder?", oder eltern drohen ihren kinder mit ehm.


Kobolde, Wichtelmännchen und andere naturwesen sind in der drämmerung und während der nacht aktiv. Die katze, die ja ein nachttier ist, ist ein günstling des kobolds. Sie begleitet ihn auf seinen Runden, wenn er auf dem hof nach dem rechten sieht. Zum Abschluss möchte ich hier für den alten, grauen kobold eintreten. Mit seiner vielseitigen persönlichkeit ist er wirklich der erinnerung wert. Er ist eines der bemerkensweresten wesen aus der mündlichen kultur unserer vorfahren. Sicher tut es uns gut, ab und zu einmal unser rationales weltbild abzuschalten und uns stattdessen in die schöne welt der phantasie hineinzubegeben. Wir sollten die uralte koboldgestalt wieder hervorholen aus der figur des nordischen weihnachtsmanns, der sich auberdem nur zur weihnachtszeit zeigt.